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1. Januar 2022

Nachhaltige Unternehmensführung im SHK-Betrieb

Längst herrscht ein gesellschaftlicher Konsens darüber, dass ein „Weiter wie bisher“ in Zukunft nicht mehr funktionieren wird. Zu unübersehbar sind die Konsequenzen in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht für jeden Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes. Entsprechend hat der Begriff „Nachhaltigkeit“ erheblich an Bedeutung gewonnen. Auch das Handwerk und hierbei speziell unsere SHK-Gewerke spielen beim Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle.

SHK-Betriebe engagieren sich aufgrund ihrer regionalen Verbundenheit sowie ihres überwiegenden Charakters in Form von Familienbetrieben traditionell bereits stark für Nachhaltigkeit. Sie stärken regionale Wirtschaftskreisläufe, reparieren, beraten, warten, planen und bilden aus. Was für einen Nutzen haben Betriebe, die sich um eine nachhaltige Unternehmenszukunft kümmern und diese Botschaft auch stark nach außen kommunizieren? Ein nachhaltiges Unternehmensimage entscheidet zukünftig sowohl verstärkt darüber, bei welchem Betrieb künftige Fachkräfte arbeiten möchten, als auch, welcher Betrieb kundenseitig entsprechend lukrative Aufträge erhält. Warum also nicht das Praktische mit dem Nützlichen verbinden und den Betrieb aktiv nachhaltig aufstellen?

Was wird unter Nachhaltigkeit verstanden?

Der Ausdruck „Nachhaltigkeit“ stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Dort bedeutet er, dass man nicht mehr Bäume fällen soll, als man neu pflanzt. Heute versteht man unter Nachhaltigkeit, dass in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen so gehandelt werden sollte, dass die nachfolgenden Generationen noch die gleichen Möglichkeiten haben, wie wir heute. Der Nachhaltigkeitsbegriff hat verschiedene Facetten, die im Wesentlichen auf den drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales aufbauen. Die Säule „Ökologie“ umfasst hierbei den Gedanken, die Umwelt einschließlich der natürlichen Ressourcen zu schonen. Diese Säule steht auch dafür, dass nur so viele nicht-nachwachsende Rohstoffe der Erde entnommen werden sollten, wie durch erneuerbare Rohstoffe ersetzt werden können. Die Säule „Ökonomie“ beinhaltet die Forderung nach „gutem“ und langfristig ausgerichtetem Wirtschaften. Auch nachhaltige Unternehmen müssen genug Gewinne erzielen, um diese beispielsweise in neue Mitarbeiter und Weiterbildung oder Werkzeuge und Fuhrpark investieren zu können. Die dritte Säule „Soziales“ stellt den Menschen in den Mittelpunkt (beispielsweise Weiterentwicklung) und berücksichtigt darüber hinaus auch gesellschaftliche Interessen, wie beispielsweise Regionalität, Kooperationen oder Ehrenamt. So sollten nachhaltig handelnde Unternehmen auch gemeinwohlorientiert handeln. Diese Einordnung hilft den Nachhaltigkeitsgedanken ins große Ganze einzubetten. Was heißt das jedoch konkret und praxisnah für SHK-Betriebe? Welchen Nutzen haben Betriebe durch eine nachhaltige Unternehmensführung?

Bilder: GettyImages

Das Handwerk bietet jungen Menschen die Möglichkeit, an vorderster Stelle mitzuwirken sowie eine sichere berufliche Perspektive.

Was hat eine nachhaltige Unternehmensführung mit der Suche nach Nachwuchskräften zu tun?

Die Werte junger Menschen haben sich zuletzt stärker in Richtung Klimaschutz und Arbeitsplatzsicherheit verschoben. Zudem wird es für junge Menschen immer wichtiger, einer für sie sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und sich darüber hinaus mit dem eigenen Arbeitgeber und der Branche zu identifizieren. Eine nachhaltige Unternehmensführung trägt zu einem positiven Unternehmensimage bei und ist deshalb auch ein starkes Argument bei der Nachwuchsund Fachkräftesuche. Das SHK-Handwerk hat hier Vorteile, da es sich mit seinen Werten traditionell stark für Nachhaltigkeit engagiert (beispielsweise Reparatur statt Austausch, Wartung für eine lange Lebensdauer der Heizungsanlage, kontinuierliche Investitionen in Aus- und Weiterbildung). Die positiven Wirkungen, die sich aus einer nachhaltigen Unternehmensführung ergeben können (beispielsweise attraktives Arbeitgeberimage, „Pionier-Stellung“ im Markt) verpuffen jedoch oftmals, weil die Maßnahmen nicht nach außen deutlich gemacht werden. Jedoch ist genau das notwendig, um die sich daraus ergebenden Wettbewerbsvorteile nutzen zu können.

Tipp: Nachhaltigkeit im Unternehmen sichtbar machen

Mit einer nachhaltigen Betriebsführung zeigen Handwerksbetriebe nach innen und außen, dass sie Verantwortung für nachfolgende Generationen übernehmen und moralische Prinzipien haben, nach denen sie handeln. Zudem führt ein nachhaltiges und regionales Vorgehen zu einer tieferen Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Es gilt also auch, das Berufsbild realistisch darzustellen und dabei die positiven Aspekte ebenfalls klar zu benennen. Die Berufsorganisation unterstützt die SHK-Betriebe beispielsweise in Form der aktuellen Nachwuchs- und Ausbildungskampagne „Zeit zu starten!“. Werbe- und Infomaterialien wurden mit neuen Motiven ergänzt und können von Innungsfachbetrieben kostenfrei für Infoveranstaltungen genutzt werden (Berufsinfotag, Infoveranstaltungen in Schulen, Tag der offenen Tür, …).

Klima-Ampel der Zukunftsinitiative Horizont Handwerk – Quelle: BWHT

Wie kann eine nachhaltige Unternehmensführung im SHK-Betrieb konkret aussehen?

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, wie eine nachhaltige Unternehmensführung im SHK-Betrieb umgesetzt werden kann. Auf der linken Seite werden exemplarisch einige Praxisbeispiele benannt, die bereits von SHK-Betrieben umgesetzt werden.

Praxisleitfaden mit Checkliste zum Download www.fvshkbw.de/download/downloadcenter

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Praxisbeispiele einer nachhaltigen Unternehmensführung

  • Integration eines Bereich „Nachhaltigkeit“ auf der Firmenhomepage
  • Einführung einer Portopauschale für Kunden, die Unterlagen per Post zugeschickt bekommen möchten oder „Belohnung“ für Kunden, die bereit sind auf elektronische Kommunikation umzustellen nachhaltige Reinigungsmittel, Duschcreme etc. als Kundenpräsent bei größeren Aufträgen
  • Wärme- und Stromversorgung des Firmengebäudes durch Nutzung regenerativer Energiesysteme
  • Einsatz von LED-Leuchten im Betrieb anstelle konventioneller Beleuchtungstechnik
  • Angebotsbesprechung im Betrieb anstelle unpersönlicher Versendung
  • Auswahl hochwertiger und langlebiger Materialien sowie Markenprodukte

Praxisleitfaden mit Checkliste zum Einsatz im Betrieb

Der Fachverband hat einen Praxisleitfaden entwickelt, der den Innungsbetrieben kostenfrei zum Download zur Verfügung steht. Er beinhaltet neben einem Einstieg in das Thema, eine umfangreiche Checkliste sowie konkrete Umsetzungsmaßnahmen. Unabhängig davon, ob sich Ihr Betrieb bereits „auf dem Weg“ befindet oder aktuell „am Anfang“ steht: Die Checkliste ist eine hilfreiche Unterstützung, das Thema „Nachhaltige Unternehmensführung“ Schritt für Schritt erfolgreich in die Praxis umzusetzen.

Weitere Unterstützung der Handwerksorganisation

Wer einen ersten Eindruck in Sachen CO2-Fußabdruck für seinen Betrieb erhalten möchte, kann den „Quick Check“ aus dem Förderprojekt „Horizont Handwerk“ nutzen. Hierbei handelt es sich um einen CO2-Rechner, bei dem der jährliche Energieverbrauch auf diverse Emissionsbereiche grafisch dargestellt wird. Wer seine CO2-Emissionen detaillierter erheben und mögliche Optimierungsmaßnahmen vornehmen möchte, kann die Klima-Ampel der Horizont Handwerk Initiative nutzen. Dadurch wird eine Bewertung der CO2-Bilanz im „Ampelsystem“ (rot/ gelb/grün) vorgenommen. Nachhaltigkeit im Rahmen der strategischen Unternehmensführung und -kommunikation konkret umzusetzen und aufzuzeigen, kann positiven Einfluss auf die Personalbindung, das Marketing und die langfristige Auftragssicherung haben. Dies gilt es in Zukunft proaktiv zu nutzen, um so auf den sich verändernden Märkten nicht nur zu reagieren, sondern diese aktiv zu gestalten.

Autorin

Katherina Reiser,
Referentin Betriebswirtschaft
Fachverband SHK Baden-Württemberg

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