A

Übersicht nach Zielgruppen

A

Übersicht nach Themen

Ich bin
Kunde!

Wissenswertes und Kontakte
für alle Kundengruppen!

Ich mache
Karriere!

Für alle Newcomer, Quereinsteiger
oder mein Comeback!

1. Januar 2022

Miteinander zum Erfolg und in der Politik – im Betrieb, der Innung

Das Handwerk ist auf Kooperationen angewiesen. Das gilt für die Betriebe vor Ort und auf der Baustelle ebenso wie für ihre Verbandsvertretungen. Schon die Innung ist eine Kooperationsform von Wettbewerbern, um sich zu vernetzen und gemeinsam mehr zu erreichen.

Ein modernes Gebäude ist das Ergebnis eng miteinander abgestimmten Zusammenarbeitens unterschiedlicher Branchen – angefangen vom Bauherrn, über den Architekten und den Planer bis hin zu den unterschiedlichen ausführenden Gewerken. Im besten Fall haben von der Planung bis zur Fertigstellung die unterschiedlichen Rädchen ineinandergegriffen. Ein Handwerk konnte sich auf die fachlich korrekte Planung sowie die fachmännisch ausgeführte Vorarbeit des anderen Handwerks verlassen. Idealerweise werden Fehler frühzeitig erkannt und kollegial korrigiert. Schon die zeitliche Abstimmung der verschiedenen Gewerke, erst recht in Zeiten von Materialengpässen in fast allen Baubereichen, stellt eine bedeutende Herausforderung dar. Noch wichtiger ist dabei die fachliche Zusammenarbeit. Entsprechend sind Kooperationen sowohl für den Erfolg der beteiligten Betriebe als auch für die Zufriedenheit des Kunden von großer Bedeutung.

Die Schnittstellen der SHK-Handwerke sind dabei vielfältig. Bei den ausführenden Gewerken sind das bei der Badgestaltung insbesondere Elektriker und Fliesenleger. Im Heizungsbereich sind besonders Schornsteinfeger und Elektriker zu nennen. Mit der Wärmewende nimmt die Zusammenarbeit der beiden Gewerke Elektro und SHK weiter zu (vergleiche hierzu auch den Artikel von Thomas Bürkle „Das Gebäude als System verstehen“ auf Seite 92). Die wenigsten Betriebe verfügen dabei neben der eigenen SHK-Spezialisierung über so weitgehende Elektrokompetenzen, dass sie deren Aufgabe selbstständig übernehmen können. Das ist auch nicht unbedingt nötig, ist doch schon der SHK-Beruf überaus breit aufgestellt. Und wenn Innovationszyklen immer kürzer werden und die Komplexität zunimmt, muss es nicht die richtige Antwort sein, alles selbst zu können. „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ ist dafür eine antike Redewendung, die ausdrücken soll, dass man nichts tun sollte, wovon man nichts versteht.

Kooperationskompetenz und gegenseitiges Vertrauen

Umso mehr ist Kooperationskompetenz gefragt, das heißt, die Fähigkeit eine gute vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den angrenzenden Gewerken zu gestalten. Neben der fachlichen sowie der organisatorischen Kompetenz der Kooperation ist vor allem auch Sozialkompetenz gefragt. Empathie und Perspektivenwechsel, um sich in den Kooperationspartner hineinzuversetzen, miteinander auf Augenhöhe zu kommunizieren und auch bei Konflikten zu von allen getragenen Entscheidungen zu kommen, sind wichtige Fähigkeiten. Auch sollten alle Beteiligten einen fairen Anteil vom Kuchen abbekommen. Denn in der Regel ist klar – vor allem beim eher im engeren Umkreis agierenden Ausbauhandwerk: Die nächste gemeinsame Baustelle kommt bestimmt.

Eine der wesentlichen Voraussetzungen der Kooperation neben dem Vertrauen ist zunächst auch, sich überhaupt zu kennen. Hier kann die bestehende Struktur der Innungen vor Ort sowie der Kreishandwerkerschaften eine wichtige Rolle spielen. Die örtlichen Innungen haben die Chance aber auch die Verantwortung, durch gemeinsame Zusammenarbeit vor Ort diese regionalen Netzwerke zu stärken. Auch wenn die Handwerksordnung (HWO) dies etwas altmodischer ausdrückt, ist dies mit einer der Kernaufgaben der Innungen. „Aufgabe der Handwerksinnung ist, die gemeinsamen gewerblichen Interessen ihrer Mitglieder zu fördern. Insbesondere hat sie den Gemeingeist und die Berufsehre zu pflegen (…)“, heißt es in §54. Gemeinsame Projekte, die Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Fachkräften oder die gemeinsame Nutzung von Ressourcen wie Werkzeugen oder Personal können dazu beitragen, dass alle Beteiligten von Synergieeffekten profitieren.

Die Kreishandwerkerschaften wiederum sollen die Handwerksinnungen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen (§87). Für eine solche Zusammenarbeit vor Ort gibt es viele gute Beispiele. Die SHK- und Elektroinnungen in Heidelberg laden beispielsweise seit vielen Jahren einmal jährlich zum gemeinsamen Brunch ein.

Und was für Innungen vor Ort gilt, gilt mindestens so sehr für die Landesinnungsverbände. Auch hier suchen der Fachverband SHK und der Fachverband Elektro zunehmend nach Möglichkeiten einer engeren Kooperation. War über viele Jahre hinweg immer auch die Angst vor gegenseitiger Konkurrenz zumindest im Hinterkopf einzelner, sind die beiden Verbände in den letzten Jahren deutlich aufeinander zugegangen. Die Aussicht, dass beide Gewerke über die kommende Periode der Klimawende hinweg eher überlastet, denn durch fehlende Auslastung in Konkurrenz zueinander stehen, mag an der einen oder anderen Stelle über alte Denkweisen hinweghelfen.

Aber auch hier ist in den vergangenen Jahren Vertrauen gewachsen. Nicht nur, aber nicht unbedeutend für dieses Vertrauen ist das gemeinsame Handeln in den Gremien des Dachverbandes BWHT. Das ist kein Zufall.

Dachverbände als erfolgreiches Kooperationsmodell von Verbänden

Auch bei Kooperationen von Verbänden gibt es Erfolgsmodelle, die auf ähnlichen Prinzipien wie bei Kooperationen von Unternehmen basieren. Die Idee hinter Kooperationen von Verbänden ist, dass sich mehrere Organisationen zusammenschließen, um gemeinsame Interessen und Ziele zu verfolgen, die sie alleine nicht erreichen könnten. Dabei können Verbände beispielsweise in den Bereichen Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und Bildung zusammenarbeiten.

Ein erfolgreiches Modell für Kooperationen von Verbänden ist entsprechend die Bildung von Dachverbänden oder Netzwerken. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (vergleiche dazu auch den Artikel „Warum mehr Gemeinschaft der richtige Weg fürs Handwerk ist“ auf S. 90) bildet seit Jahren eine solche erfolgreiche Plattform, auf der die verschiedenen Gewerke ihre Interessen bündeln. Bei der gemeinsamen Arbeit in Gremiensitzungen oder Lobbyveranstaltungen und -reisen in Stuttgart, Berlin oder Brüssel konnte so auch Vertrauen entstehen.

Was der BWHT auf Landesebene ist, ist der ZVSHK für das SHK-Handwerk auf Bundesebene – ein Zusammenschluss, um gegenüber der Politik für die gemeinsamen Interessen mehr zu erreichen. Auch hier geht die Kooperation über die Interessenvertretung hinaus. Die Zusammenarbeit im Bereich Nachwuchswerbung, der OpenData Pool oder die digitale Kundenansprache und Beratung durch das gemeinsame SHK Serviceportal sind nur einige aktuelle Kooperationsbeispiele von vielen des gesamten SHK-Handwerks in der Republik (siehe auch Artikel „Die Zukunft im Blick – Digitalisierung als Chance nutzen!“ auf Seite 110). Auch der Austausch von Best Practice-Beispielen der Fachverbände und Innungen ist ein Kern der Arbeit und Innovationstreiber zugleich.

Innovationstreiber aus dem Süden

Als Innovationstreiber innerhalb des ZVSHK begreifen sich auch die beiden Südverbände Bayern und Baden-Württemberg, die seit vielen Jahrzehnten eng miteinander kooperieren, sei es durch gemeinsame Veranstaltungen und Weiterbildungen, sei es durch Best Practice. Gegenseitiges Vertrauen ist auch hier das Geheimnis des Erfolges, wie der Artikel „Zukunft hat Geschichte“ auf Seite 104 eindrucksvoll berichtet. Und auch die Organisation der gemeinsamen Branchenmesse IFH/Intherm (siehe Seite 100) schweißt alle Beteiligten alle zwei Jahre und dazwischen operativ zusammen. Dort geht es darum gemeinsam mit dem Partner Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM) immer wieder innovative Wege zu gehen und sowohl für Aussteller als auch für Besucher ein attraktives Gesamtpaket bei der Präsenzveranstaltung zu schnüren. Andererseits sind schon die Produkte der Aussteller an sich Innovationen und Neuheiten, die den Handwerkern in immer kürzeren Zyklen präsentiert werden.

Manchmal ist auch der Blick über den Tellerrand hilfreich, um sich neue Anregungen für die eigene Arbeit zu holen. Ein solcher ist die Kooperation und langjährige Freundschaft mit dem Schweizer „Schwesternverband“ suissetec, der in dieser Jubiläumsfestschrift auf Seite 82 unter dem Titel „Luft, Wasser, Komfort und Behaglichkeit“ über seinen Weg bei den Herausforderungen der Gewerke berichtet. Die gemeinsamen Treffen und gegenseitigen Besuche von Veranstaltungen sind Inspiration und Ansporn zugleich – alles unter dem Ziel, die besten Ideen für die jeweiligen Mitglieder zusammenzutragen.

Fazit

Kooperation und Innovation sind im SHK-Handwerk entscheidend, um den Anforderungen von Kunden und Gesetzgeber gerecht zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch Zusammenarbeit können Synergieeffekte genutzt und Kosten gespart werden. Das gilt sowohl für die Betriebe vor Ort als auch auf verschiedene Weisen für die sie vertretende Verbände.

In meiner Merkliste speichern

Von meiner Merkliste entfernen

Inhalt teilen!
Sie können den Link zur Seite versenden

Artikel im selben Zeitraum

Beitrag – als geändert kennzeichnen

Dies kennzeichnet den Beitrag als geändert in der Merkliste.

Beitrag – neue Version

Dies erstellt eine neue Version vom Beitrag mit Bezug zur Vorgängerversion. In der Merkliste erscheint eine Kennzeichnung.

In meiner Merkliste speichern

Von meiner Merkliste entfernen

Inhalt teilen!
Sie können den Link zur Seite versenden