Ausbildung
Lehrlingswesen
Stolz blickt der Fachverband SHK Baden-Württemberg auf die Ausbildungszahlen 2019: Das Vorjahresergebnis hinsichtlich der Gesamtzahl der Lehrlinge ist im Berichtsjahr deutlich gesteigert worden. Die Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg haben ein enormes Ausbildungsengagement bewiesen.
Über alle SHK-Handwerke hinweg stieg die Gesamtzahl der Lehrlinge um 4,8 Prozent von 4348 Lehrlinge im Jahr 2018 auf 4558 Lehrlinge 2019. Dabei sind die Schüler herausgerechnet, die sich in anrechnungsfähigen Schularten befinden wie Berufskolleg und Berufsfachschule.
Betrachtet man die Daten für die verschiedenen Gewerke, so wird deutlich, dass die Entwicklung der Ausbildungszahlen sehr unterschiedlich ist. Besonders der Beruf des Anlagemechanikers SHK profitierte mit 5 Prozent Zuwachs von der Klimaschutzdiskussion.
Ein erhebliches Potenzial an Berufsnachwuchs befindet sich in SHK-nahen schulischen Maßnahmen. Das sind beispielsweise Berufskollegs und Berufsfachschulen, die zeitversetzt in die SHK-Lehrberufe münden.
Aus dem Abgleich von registrierten Lehrverträgen im 1. Ausbildungsjahr (2018) und der im 2. Lehrjahr bestehenden Lehrverhältnisse (2019) ergibt sich ein Bestand von 543 Schülern, der im 2. Lehrjahr eingetreten ist. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr, in dem es 573 Schüler waren, leicht gefallen. Dies trübt jedoch das positive Gesamtergebnis nicht. Entsprechend „verzerrt“ gibt die nachstehende Tabelle „Lehrlingszahlen“ die tatsächliche Situation wieder.
Die Gesamtzahl der Lehrlinge im 2. Lehrjahr ist im Vergleich zum Jahr 2018 um 0,5 Prozent gefallen.
Diese Zahl ist bereits um die Abbrecher im 1. Lehrjahr bereinigt.
Auffallend deutlich ist jedoch mit einem Minus von 5,5 Prozent die Zahl der Ausbildungsbetriebe gesunken. Dies steht in Diskrepanz zur Steigerung der Ausbildungszahlen mit 5 Prozent und lässt darauf schließen, dass einige Ausbildungsbetriebe die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht haben gegenüber dem Vorjahr.
2019 sind 1.089 Gesellenprüfungen erfolgreich bestanden worden.
Dies sind nur minimal, nämlich sechs mehr als 2018, als 1.083 Gesellenprüfungen erfolgreich bestanden wurden.
LEER
Arbeitskreis Prüfungsaufgaben SHK-Anlagenmechaniker

Erstmals hat der Arbeitskreis für die vorgezogenen Prüflinge die Teil 2-Prüfung für deren Sommerprüfung 2019 zur Verfügung gestellt. Damit ist im Berichtsjahr die erste vollständige „gestreckte“ Prüfung – bestehend aus den Teilen 1 und 2 – umgesetzt worden.
Und noch eine Premiere gab es 2019: Die Aufgabe ist nicht wie bisher auf einem Datenträger zugestellt worden, sondern konnte von den Prüfungskommissionen erstmalig mittels Download-Link und Passwort heruntergeladen werden.
Informationsveranstaltung für Mitglieder der Prüfungskommissionen

Jedes Jahr organisiert der Fachverband eine stets gut besuchte Informationsveranstaltung für die Mitglieder der Prüfungskommissionen im baden-württembergischen SHK-Handwerk, um den Erfahrungsaustausch zu fördern. Im Fokus des Treffens 2019 standen naturgemäß die Rückmeldungen zu den im Sommer erstmals durchgeführten Teil 2-Prüfungen.
Besonderes Augenmerk fand die Neuausrichtung der Prüfung im jeweiligen Einsatzgebiet – früher Handlungsfeld – des Prüflings. Indem die Prüfungszeit für das Einsatzgebiet um eine Stunde erhöht wurde, wird dem Prüfling nun die Möglichkeit eröffnet, seine speziellen Kenntnisse und Fertigkeiten besser zu präsentieren.
Praktischer Leistungswettbewerb
Eines der großen Ziele des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks (PLW) ist es, begabte Lehrlinge in ihrer beruflichen Entwicklung zu fördern. Der seit 1951 durchgeführte Berufswettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des amtierenden Bundespräsidenten.
Jedes Jahr kämpfen Absolventen einer handwerklichen Berufsausbildung um den Bundessieg in ihrem Gewerk, nachdem sie sich bereits auf Innungsebene über die Kammer- und Landesebene beweisen mussten.
Beim diesjährigen Kräftemessen der Handwerksjugend auf Landesebene waren alle durch den Fachverband vertretenen Gewerke beteiligt, also Anlagenmechaniker für SHK-Technik, Behälter- und Apparatebauer, Klempner sowie die Ofen- und Luftheizungsbauer. Traditionell ehrt der Fachverband die ersten Landessieger des Vorjahres beim Verbandstag im Rahmen der Öffentlichen Mitgliederversammlung.
Der Landessieger im Klempner- ebenso wie der im Behälter- und Apparatebau-Handwerk 2019 konnten sich zudem über den ersten Platz als Bundessieger freuen.
Nachwuchsgewinnung – Ausbildungsinitiativen
Unter dem Motto „Zeit zu starten“ will die Berufsorganisation mit Informations- und Werbematerialien Schülerinnen und Schüler bei ihrer Berufswahl für eines der vier Gewerke im SHK-Handwerk – Anlagenmechaniker/in SHK“, „Behälter und Apparatebauer/in“, „Klempner/in“ und „Ofen- und Luftheizungsbauer/in“ – begeistern. Zielgruppe sind dabei Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10, die ein Schülerpraktikum absolvieren müssen. Unter Federführung des ZVSHK haben seine 17 Landesverbände die Kampagnenausrichtung gemeinsam erarbeitet. Die Webseite www.zeitzustarten.de richtet sich in erster Linie an Jugendliche und informiert über die vier Ausbildungsberufe. Die Internetpräsenz hält weitere Informationen für Eltern und Lehrer – als die beiden wichtigsten Berater der jungen Menschen – bereit.
„Und du?…Wann ist deine #Zeitzustarten?“ Unter diesem Motto hat die SHK-Berufsoorganisation zwei neue Ausbildungsfilme auf YouTube gelauncht. Mit einer Action-Cam wurden ein Anlagemechaniker SHK und eine Klempnerin durch ihren Ausbildungs- und Arbeitsalltag begleitet. Besonders stolz ist der Fachverband darauf, dass für den Klempner-Film mit der Wildberger Firma Buck ein Innungsfachbetrieb aus Baden-Württemberg gewählt wurde.
Neben YouTube-Filmen und Social-Media-Aktivitäten auf Facebook und Instagram zur Nachwuchswerbung muss die Kampagne aber auch vor Ort, in den Regionen, von Innungen und Betrieben gelebt werden, um erfolgreich zu sein.
Dafür hat der Fachverband das Konzept #shkfürdichda entwickelt und sich beim Morgenmacher Festival in Stuttgart engagiert.
#shkfürdichda: Regionale Schüler-Veranstaltungen zur Berufsorientierung
Allein mit Werbematerialien und Online-Marketingmaßnahmen kann das Werben um Berufsnachwuchs nicht erfolgreich sein. Viele Innungen und deren Mitgliedsbetrieben engagieren sich bereits vielfältig auf Berufsbildungsmessen, Jobbörsen, über Bildungspartnerschaften oder durch ähnliche pfiffige Aktionen. Doch häufig fällt es schwer, die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften direkt zu erreichen und das regionale Handwerk mit seinen Zukunftschancen erlebbar zu machen.
Dafür hat der Fachverband bereits 2018 das Konzept von #shkfürdichda entwickelt. Schulklassen aus der Region, die sich in der Berufsorientierungsphase befinden, werden von der Innung zu einer Informationsveranstaltung in die Ausstellungsräume des Großhandels eingeladen. In Kleingruppen durchlaufen sie einzelne „Stationen“, an denen ihnen visuell oder praktisch Eindrücke aus den Arbeitsfeldern der SHK-Branche vermittelt werden.
Vorteile für die Jugendlichen und ihre Lehrer: Sie haben eine kleine und feine Veranstaltung mit einem direkten persönlichen Kontakt zu Unternehmern. Die Stationenarbeit ist alles andere als langweilig und vermittelt nachhaltige Eindrücke. Und, in den Ausstellungen sehen die SchülerInnen direkt die „Ergebnisse“ einer erfolgreichen SHK-Handwerksarbeit.
Vorteile für die Innungen und Betriebe: Sie profitieren gleichermaßen von dem direkten persönlichen Kontakt, den sie für Praktika und Ausbildungsangebote nutzen können. Sie fördern das Image und die Sichtbarkeit ihrer Unternehmen, aber auch der Innung.
Für die Sichtbarkeit dieser Aktionen ist der Fachverband außerdem auf Instagram unter dem Hashtag #shkürdichda aktiv.
Dank der Zusammenarbeit mit dem Großhandel konnten mehrere Innungen 2019 solche Veranstaltungen aus der Taufe heben – so beispielsweise die SHK-Innung Esslingen-Nürtingen und die Innung für Sanitär und Heizung Rhein-Neckar.
Morgenmacher Festival: Gemeinsam für mehr Berufsnachwuchs
SHK-Handwerk zum Anfassen und Mitmachen – das gab es beim Morgenmacher Festival in Stuttgart. Dieses Event wurde erstmalig vom 21.-24. November im Rahmen der vier großen Herbstmessen veranstaltet. Als Forum für Tüftler und Künstler, Maker und Wissenschaftler, Jung und Alt, ging es schwerpunktmäßig ums Experimentieren, Basteln und Tüfteln, darum, gemeinsam zu lernen und an Ideen für die Zukunft zu arbeiten.
Um diesen Rahmen zu nutzen und für die zukunftsfähigen Berufe des Handwerks zu werben, war der Fachverband mit SHK-Profis und Lehrlingen der Innungen Rems-Murr, Göppingen, Stuttgart-Böblingen und Esslingen-Nürtingen vor Ort, die sich mit einem enormen Einsatz dafür engagierten, Jugendliche für die Gewerke des SHK-Handwerks zu begeistern.
Doch nicht nur die Innungen punkteten bei dieser Großveranstaltung mit einem überzeugenden und geschlossenen Auftritt, auch das Gesamthandwerk zeigte in Halle 10 auf rund 600 Quadratmetern Flagge: neben den SHK-lern waren die Handwerkskammer Region Stuttgart, der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg mit seinem ETZ und die Bauwirtschaft Baden-Württemberg mit verschiedenen Mitmachangeboten präsent.
An den ersten beiden Messetagen wurden gezielt Jugendliche von weiterführenden Schulen aus der Region zu Praxis-Workshops eingeladen. Dank der Unterstützung des Großhandels konnten die Schülerinnen unter anderem Tabletständer und Klempnerpfeifen an der Zeit-zu-starten-Werkbank herstellen. Der Fachverband-Kooperationspartner immersight stellte die technische Ausrüstung bereit, um die Möglichkeiten virtueller Showrooms zu zeigen. Viel los war auch stets rund um das Wasserpumpenspiel, die Fühlbox, den Tischkicker und die „Karriereleiter“, denn am Wochenende besuchten vor allem junge Familien die Ausstellungen – insgesamt zählte die Messeorganisation 140.000 Besucher in den vier Tagen.
Jahresbericht 2019
die Themen
Wirtschaft