Betriebsübergabe – frühzeitig die Zukunft sichern
Praxisbeispiel betriebswirtschaftliche Beratung
Ein langjähriger SHK-Mitgliedsbetrieb wandte sich 2025 im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Beratung an den Fachverband, um die Zukunft seines Unternehmens zu besprechen. Der Betriebsinhaber hatte sich intensiv mit seiner persönlichen und beruflichen Perspektive auseinandergesetzt und stand vor der Frage, wie die Nachfolge seines Unternehmens geregelt werden kann. Den Zeitpunkt der Übergabe plant er in ungefähr drei Jahren.
Wie in vielen Handwerksbetrieben zeigte sich dabei eine häufige Herausforderung: Weder innerhalb der Familie noch innerhalb der bestehenden Mitarbeiterschaft stand eine Person zur Verfügung, die den Betrieb übernehmen wollte oder die erforderlichen Voraussetzungen für eine Nachfolge mitbrachte. Da eine ungeregelte Betriebsübergabe erhebliche Risiken für den Fortbestand des Unternehmens, die Arbeitsplätze der Beschäftigten sowie die Kundenbeziehungen mit sich bringen kann, wurde gemeinsam eine strukturierte Nachfolgestrategie entwickelt.
Im ersten Schritt wurden gemeinsam die Rahmenbedingungen des Betriebs analysiert. Dazu gehören die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, die personelle Aufstellung, vorhandene Stammkunden sowie die Perspektiven des lokalen Marktes. Ziel war es, den Betrieb möglichst attraktiv für potenzielle Nachfolger darzustellen und frühzeitig geeignete Suchmaßnahmen einzuleiten.
Gemeinsam wurden verschiedene Wege zur Nachfolgersuche erörtert und vorbereitet. Eine zentrale Maßnahme stellt die Erstellung eines Betriebsprofils auf der bundesweiten Unternehmensnachfolgebörse www.nexxt-change.org dar. Über diese Plattform können interessierte Kauf- und Übernahmekandidaten gezielt nach Unternehmen suchen und erste Kontakte knüpfen.
Darüber hinaus wurde empfohlen, in diesem Fall das langjährige Steuerberatungsbüro aktiv in die Nachfolgersuche einzubeziehen. Steuerberater betreuen oftmals andere Handwerksunternehmen und verfügen über ein breites Netzwerk zu Unternehmern, Führungskräften und potenziellen Existenzgründern. Durch eine gezielte Ansprache geeigneter Mandanten können sich zusätzliche Kontakte ergeben.
Ein weiterer Ansatz bestand in der Kontaktaufnahme zu regionalen Meisterschulen. Dort befinden sich regelmäßig Meisterschülerinnen und Meisterschüler, die bereits über Berufserfahrung verfügen und sich mit dem Gedanken der Selbstständigkeit beschäftigen. Durch Aushänge sollte auf die Übernahmemöglichkeit aufmerksam gemacht werden.
Ergänzend wurden Hochschulen mit handwerksnahen oder technischen Studiengängen als Zielgruppe identifiziert. Auch dort können Absolventinnen und Absolventen mit unternehmerischem Interesse frühzeitig für eine Betriebsübernahme gewonnen werden.
Zusätzlich wurde empfohlen, die Obermeister der benachbarten SHK-Innungen anzufragen. Über die SHK-Innung bestehen oft wertvolle Kontakte zu leistungsstarken Fachkräften, Jungmeistern oder Unternehmern, die ihr bestehendes Geschäft erweitern oder einen zweiten Standort aufbauen möchten.
All diese Maßnahmen bewirken zwar keine Garantie, dass sich daraus definitiv eine Nachfolge ergibt. Allerdings sind dies die „Basics“, die dabei helfen, die Weichen für eine mögliche Nachfolge zu stellen.
Das Praxisbeispiel zeigt, wie wichtig eine frühzeitige und systematische Planung der Unternehmensnachfolge ist. Durch die betriebswirtschaftliche Beratung konnten verschiedene Wege aufgezeigt, Netzwerke aktiviert und konkrete Maßnahmen eingeleitet werden. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, einen



