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1. Januar 2022

Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht

Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag in 25 Jahren? Welchen Stellenwert genießt das SHK-Handwerk, wurde die Klimakrise bewältigt? Es sind die kleinen und großen Themen, die den fiktiven Stuttgarter Obermeister Markus Schmitt am 18. März 2047 beschäftigen.

Als Markus Schmitt am Morgen des 18. März 2047 die Tür zu seinem Betrieb mittels Daumenabdruckscanner entriegelte, wusste er noch nicht, dass der Tag mit einer großen Überraschung enden würde. Das neue Schließsystem war erst kürzlich in Mode gekommen. Nach einigen Fehlschlägen mit Smartphones als digitaler Zutrittsberechtigung hatte er für seine Firma erneut umgestellt. Jetzt nutzten er und sein Team einfach den Daumen als Schlüssel – das ist absolut sicher. Außerdem ist es technisch ganz auf der Höhe der Zeit, und deutlich zuverlässiger. Zuverlässigkeit, das war und ist seiner Meinung nach immer noch das Aushängeschild eines SHK-Handwerkers.

Der Grund für die Umstellung war seine jüngste Tochter Natalie. Die hatte vor einigen Wochen abends tatsächlich Papas Smartphone vom Esstisch gemopst und war damit in den Betrieb marschiert, eine Handvoll Jungs und Mädchen aus der Nachbarschaft im Alter von ungefähr 11 Jahren im Schlepptau. Die Erkennungssoftware des Schließsystems erkannte das Handy des Chefs und öffnete ihr gehorsam wie von Geisterhand alle Türen und Tore im Gebäude. Während Markus Schmitt per VR-Brille im heimischen Wohnzimmer an der Sitzung des Fachverband-Executiveteams teilnahm, stellten seine Tochter und ihr Gefolge den Betrieb auf den Kopf.

Erst mischten sie die Büros auf. Sie versteckten Schreibtischstühle, stellten Pflanzen um und vertauschten Rollcontainer – gut, dass es seit einigen Jahren keine Papierordner mehr gibt und alle Projekte nur noch digital abgewickelt werden, das Chaos hätte ungleich größer ausfallen können.

In den Barrierefrei- und Pflegebadkojen der Ausstellung gönnten sie sich ein paar Flaschen fair gehandelter, zuckerfreier Limo. Zu guter Letzt trieben die sechs Kinder in der Lehrwerkstatt ihr Unwesen, aus Rohren und Steckfittingen und einer großen Abdeckfolie bauten sie ein Dorf aus zeltartigen Häuschen. Die Leute aus Markus Schmitts Führungsteam erkannten am nächsten Morgen ihre Arbeitsplätze nicht wieder. Bis die Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Komfortbad, Trinkwassersicherheit, Erneuerbare Energien, Elektropower und Lufthygiene wieder ihre Arbeitsplätze sortiert hatten, war der halbe Vormittag vorbei.

Ausbildung zum Klimaretter

Das Donnerwetter fassten die Eindringlinge um Natalie herum relativ gelassen auf, sie wussten ja, dass Markus Schmitt sich eigentlich freut, wenn die Kinder im Betrieb sind. Nur halt besser unter der Aufsicht von Erwachsenen. Seit fast zwei Jahrzehnten hält nun schon der Trend an, dass sich die Jugend in erster Linie fürs Handwerk interessiert. Erst an zweiter und dritter Stelle folgen Studium oder die Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf in der Industrie.

Das war zu Beginn seiner Lehre damals noch anders gewesen. Als er im Jahr 2022 seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker SHK antrat, begann sich das positive Ansehen seines Handwerksberufs gerade erst neu zu entwickeln. Wie viele andere auch war er als Schüler über die Nachwuchs-Aktion „Zeit zu starten“ erstmals mit SHK in Verbindung getreten. Ein Praktikum in einem SHK-Betrieb zementierte den Berufswunsch. Es folgten Meisterschule und Betriebswirt des Handwerks, und seit einigen Jahren der eigene Betrieb.

Die Kampagne hat sich seitdem deutlich weiterentwickelt, Schmitt nutzt gerade die interaktiven Elemente sehr gerne. Im Metaverse gibt es ihn als call-a-craftsman-compact, sein Avatar ist ein direkter Draht für Ausbildungsinteressierte zur SHKarriere. Überhaupt, wie sich Ausbildung und Berufsbild in den letzten zwei Jahrzehnten gewandelt haben, das ist schon erstaunlich. Das K in SHK steht mittlerweile offiziell für Klimaschutz.

Macher der Energiewende

Wenn es darum geht, Energie effizient zu erzeugen und zu verbrauchen, ist Schmitts Betrieb erster Ansprechpartner, egal, ob es um Wärme oder Strom geht. Seine Vorgänger in der Berufsorganisation haben dafür frühzeitig die Weichen gestellt, so dass das SHK-Handwerk an der Gewerkeschnittstelle Heizung/Wärme/Klima/Energie ganz vorne mit dabei sein konnte.

Sein ältester Sohn Patrick durchläuft gerade die Grundausbildung zum Versorgungstechniker SHK+E (das E steht für Energie- und Elektrotechnik), auf zwei Jahre Grundlagen folgen noch mal zwei Jahre Spezialisierung. Patrick – na klar – will auch Klimaretter werden, wie er seinen Vater nennt, und plant die Spezialisierung in Richtung „Gebäudetechniker: Erneuerbare Energien“. Seine Generation muss ein Stück weit ausbügeln, was Schmitts Eltern versäumt hatten, als die dramatischen Auswirkungen der Klimakrise Anfang der 2020er-Jahre akut spürbar wurden.

Effizienzschub durch Digitalisierung

Mittlerweile empfängt Markus Schmitt auf seinem Tablet die ersten Rückmeldungen des Tages an diesem 18. März von seinen Projektteams und vom Kundendienst. Heutzutage fahren die Mitarbeiter direkt zu den Kunden, ohne einen Umweg über die Firma zu nehmen. Das ist effektiver. Mit Elektrofahrzeugen natürlich. Die Aufgaben werden digital zugeteilt – Tickets heißt das heute – der Großhandel liefert das Material direkt an Ort und Stelle ab.

Zu jedem Auftrag lässt Schmitt den CO2-Fußabdruck seiner Tätigkeiten erfassen. Dort so sparsam wie möglich zu sein, ist mittlerweile ein echter Wettbewerbsvorteil. Kunden achten zunehmend darauf, wie sparsam oder verschwenderisch Dienstleister mit der Umwelt umgehen. Nicht allein Produkte müssen nachhaltig erzeugt sein und funktionieren, nein, seit einigen Jahren steht das große Ganze im Blick. Zurecht, wie Markus Schmitt heute findet.

Er erinnert sich noch gut an seinen ersten Chef, der immer mit dem Porsche Cayenne zu den Kunden rausgefahren ist, um Wärmepumpen anzubieten und zu verkaufen. Das sah halt nur auf den ersten Blick gut aus. Das war noch so Mitte der 2020er-Jahre, in einer Phase, in der die Wärmepumpe zur unangefochtenen Leittechnik in der Heizung wurde.

Seine Teams arbeiten weitgehend autark, von der Terminvereinbarung mit den Kunden bis hin zur Koordination mit anderen Gewerken haben sie freie Hand. Die Prozesse laufen aber transparent ab, Schmitt überblickt alles in seiner Betriebssoftware „Work Aid“ und greift on-demand da ein, wo es ruckelt. Sei es, weil Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfallen oder weil falsches Material geliefert wurde.

Die Software ist ein Traum für jeden Unternehmer, vereint sie doch alle Bereiche unter einer Oberfläche, die eine gute Betriebsführung ausmachen: Personalverwaltung, Auftragsabwicklung, Bestell- und Lieferprozesse, Rechnungswesen, Reklamationsmanagement, Korrespondenz, Kontenführung, die digitale SBZ, Steuern, Marketing online und offline, Besprechungen. Messenger, digitale Berichtshefte seiner Azubis usw. – sogar digitale Profiwerkzeuge zur Bad- und Heizungsplanung sind enthalten und alle nur einen Touch entfernt, in 3D, mit Raum-in-Raum-Projektion beim Kunden und BIM-5.1-gerecht.

Wahnsinn, dass ein ganzer Betrieb quasi übers Tablet gesteuert werden kann. Das ist überhaupt eine der bemerkenswertesten Änderungen, findet Markus Schmitt. Er ist längst nicht mehr nur „der Handwerker“, sondern „Handwerker und Unternehmer“. Und das wirklich gerne.

Die Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Verbandsjubiläum findet auch als Avatar im Metaverse statt.

Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht!

Damit ist er nicht allein. Am Abend des 18. März kommt er mit seinen Innungs- und Fachverbandskollegen und -kolleginnen in der neuen Oper in Stuttgart zusammen – also so richtig live und in Farbe – um gemeinsam das 100-jährige Bestehen des Fachverbands Baden-Württemberg zu feiern, hier ist Markus Schmitt unter seinesgleichen.

Natürlich gibt es auch da ein paar ganz „frühe Vögel“, die fachlich und vor allem betriebswirtschaftlich und digital in noch ganz anderen Sphären schweben, aber als Obermeister muss er eben auch die Kollegen und Betriebe im Blick halten, die vielleicht noch zwei-drei Schritte hintendran hängen. Wichtig war und ist ihm, im Verband gemeinsam das Handwerk weiter zu entwickeln, als SHK+E-Branche ebenso wie jeden einzelnen Mitgliedsbetrieb.

Auf diesen Umstand zielt denn auch der Kern seiner Ansprache ab, die er persönlich auf der Bühne hält vor gut 500 Gästen im Saal und als Avatar im Metaverse vor etwa 1000 virtuellen Teilnehmern. Er skizziert seine persönliche Entwicklung, vom Zeit-zu-starten-Klimaretter in der Ausbildung ab 2022 hin zum unternehmerisch denkenden Handwerks-Chef und Obermeister 25 Jahre später. Er übernimmt dabei den Tenor, der schon das letzte große Jubiläum im Jahr 2022 prägte, nämlich 75 Jahre Fachverband (damals in Pforzheim gebührend gefeiert, wie er der Chronik entnehmen konnte) und richtet den Blick vor allem auf die Zukunft.

Womit er nach seiner Rede an diesem Abend nicht gerechnet hatte – und das machte die Überraschung nur noch größer – war der Moment, an dem plötzlich Altkanzler Robert Habeck vor ihm stand. Der 77-Jährige kam als Überraschungsgast, um Markus Schmitt zu beglückwünschen: er hatte mit seinem Betrieb kürzlich die 15-millionste Wärmepumpe in Deutschland installiert. Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht!

Autor

Dennis Jäger
begleitet als Chefredakteur des Branchenmagazins SBZ die SHK-Branche und den Fachverband Baden-Württemberg seit vielen Jahren. Die SBZ aus dem Gentner Verlag ist offizieller Medienpartner des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima sowie des Fachverbandes SHK Baden-Württemberg. Ein Jahr vor dem Fachverband feiert die SBZ im Jahr 2046 ihr 100-jähriges Jubiläum.

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