Wohnungsbau: Breites Bündnis stellt Forderungen an den Landtag
Nachdem der Aktionstag des Bündnisses „Impulse für den Wohnungsbau“ vom 1. März hat die Baubranche nun mit einer Aktion nachgelegt. Denn der damalige Protest von 16 Organisationen – darunter auch des Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg – zeigte keine wahrnehmbare Wirkung. Der Bausektor darbt nach wie vor. Deshalb haben im September Vertreter von 27 Organisationen unterschiedlicher Sparten ein Forderungspapier unterzeichnet, auch diesmal ist der FVSHKBW mit dabei. Die Beteiligten zeigen fünf Lösungsvorschläge, die in den Doppelhaushalt 2025/2026 des Landes einfließen sollen. Dazu zählen, die Steuer auf Grunderwerb zu senken und die Landesmittel für den sozialen Wohnungsbau zu erhöhen. Hinter die Forderungen stellten sich Hersteller und Planer ebenso, wie die ausführende Bauwirtschaft, die Immobilienwirtschaft, der Mieterbund, die Gewerkschaft und die Finanz- und Wohnungswirtschaft.
Jetziges Handeln erforderlich
„Das SHK-Handwerk ist wirtschaftlich ebenso betroffen wie viele andere Baugewerke“, sagte Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des FVSHKBW. „Insbesondere im Bereich Neubau Sanitär wirkt sich die Krise auf Betriebe und Industrie aus. Mit einer Zeitverzögerung von zwei bis drei Jahren schlagen die halbierten Genehmigungszahlen für Wohnungen erst richtig durch. Bei allen wirtschaftlichen Interessen überwiegt hauptsächlich die Sorge um fehlende Wohnungen im Land. Das Einkommen wird weder durch Lohnerhöhungen noch durch soziale Leistungen so schnell steigen wie die Wohnkosten, wenn das Angebot an Wohnraum nicht schnellstmöglich erhöht wird. Wenn wir heute nicht handeln, werden wir alle die Auswirkungen noch viele Jahre spüren!“
Das Papier haben alle Abgeordneten des baden-württembergischen Landtages am 9. September erhalten. Denn einen Tag später berieten die Fraktionen zum Haushalt. Die Branche richtet sich gezielt an die Parlamentarier, denn diese entscheiden über die Frage, wie viel Geld das Land wofür ausgibt.
Bauministerin steht hinter Forderungen
Nach der Pressekonferenz des Bündnisses gab es ein gemeinsames Gespräch mit Nicole Razavi MdL, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen in Baden-Württemberg. Razavi erklärte, sie sehe das Engagement des Bündnisses als Rückendeckung für ihre Arbeit. Ihr Ministerium habe die Wohnraumförderung des Landes in diesem Jahr bereits um 60 Millionen Euro aufgestockt. Außerdem habe das Bauministerium eine Reform der Landesbauordnung (LBO) angestoßen. Diese soll Bauvorhaben beschleunigen. Das Forderungspapier ist im Internet abrufbar.

