Handwerksdelegation in Rumänien: Mehr Dynamik als gedacht
„Da steckt mehr Dynamik drin, als wir glauben“ – mit diesem Eindruck kehrte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker von einer dreitägigen Delegationsreise von Handwerk BW nach Rumänien zurück. Mitte Oktober besuchten rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Baden-Württemberg BraÈ™ov (Kronstadt) und Bukarest, angeführt von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Rainer Reichhold, Präsident von Handwerk BW. Für das SHK-Handwerk reisten neben Becker auch Avron und Stefanie Leitermann von der Sanitär Leitermann GmbH aus Mannheim mit.Â
Gebäudetechnik und duale AusbildungÂ
In BraÈ™ov erhielt die Delegation bei LISSCOM Einblicke in Gebäudeautomation, Energiemanagement und digitale Steuerungslösungen. Die Unternehmensgruppe ICCO zeigte Elektro- und Gebäudetechnik sowie vernetzte Anwendungen.Â
Besonders beeindruckt zeigten sich die Handwerksvertreter von der Deutschen Berufsschule in Kronstadt. Sie bildet dual nach deutschem Vorbild aus – und verfügt über ein eigenes Internat, um das manche Schule in Baden-Württemberg sie beneiden dürfte.Â
In Bukarest knüpften baden-württembergische und rumänische Unternehmen bei einer Kooperationsbörse gezielt Kontakte. Zum Abschluss besichtigte die Gruppe One Gallery, das größte private Restaurierungsprojekt eines historischen Gebäudes im Land: ein Industriedenkmal, ausgestattet mit moderner Gebäudetechnik.Â
Gespräche im WirtschaftsministeriumÂ
Neben einem Empfang in der Residenz der Deutschen Botschaft standen politische Gespräche im rumänischen Wirtschaftsministerium auf dem Programm. „Rumänien ist für Baden-Württemberg ein wichtiger Wirtschaftspartner“, sagte Hoffmeister-Kraut. Diese Beziehungen wolle das Land weiterentwickeln – mit starkem Handwerk und moderner Industrie.Â
Auch die geopolitische Rolle des Landes wurde deutlich: Rumänien grenzt auf insgesamt mehr als 600 Kilometern an die Ukraine und ist damit ein zentraler Partner an der Ostgrenze der EU.Â
Aufbruch mit großen UnterschiedenÂ
Lange war Rumänien ein Auswanderungsland. Inzwischen zieht es selbst Arbeitskräfte aus dem Ausland an – ein Zeichen wachsender Wirtschaftskraft. Gleichzeitig wurden die Gegensätze sichtbar: Während Bukarest und BraÈ™ov mit moderner Infrastruktur aufwarten, hinkt das Land in vielen ländlichen Regionen deutlich hinterher.Â
„Auch knapp 20 Jahre nach dem EU-Beitritt steht Rumänien noch im Schatten anderer Länder“, sagt Becker. Dennoch könne das Handwerk viel für die eigene Arbeit mitnehmen. Rumänien sei ein Partner mit großem Potenzial – für wirtschaftliche Kooperationen ebenso wie für den Austausch von Fachkräften und Know-how.Â
Artikel im selben Zeitraum


