Jungunternehmertag 2026: Treffen unter Gleichgesinnten
Übernimmt die nächste Generation einen Betrieb, bringt das Chancen aber auch Herausforderungen mit sich. Genau das verbindet die Teilnehmer des Jungunternehmertags 2026: Alle haben den elterlichen Betrieb übernommen oder stehen kurz davor. Aus ganz Baden-Württemberg reisten sie an, manche weit über zwei Stunden, um sich auszutauschen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
Der Jungunternehmertag bot dafür einen Rundumschlag mit seinen Referenten durch alle relevanten Bereiche.
“Wir wollen Know-how mitgeben, nicht nur Technik – es gehört noch deutlich mehr dazu”, brachte es Albrecht Oesterle, Referatsleiter Betriebswirtschaft beim Fachverband, zu Beginn des Jungunternehmertags auf den Punkt. Seine Kollegin Katherina Reiser ergänzte: Alle sitzen im gleichen Boot und profitieren von unterschiedlichen Erfahrungen – das mache den Jungunternehmertag einzigartig im Verbandsangebot.
Den Seminarauftakt gestaltete Jungunternehmer Sebastian Pollich, der 2025 den elterlichen Betrieb in Stuttgart-Möhringen mit rund 20 Mitarbeitenden übernahm. Er sprach über Akzeptanz im Team, die neue Familienrolle und klar geregelte Verantwortlichkeiten – sein Vater betreut heute die Azubis. Seine Erkenntnis: Akzeptanz entsteht durch tägliches Handeln, nicht durch den Titel. Der Übergang habe rund anderthalb bis zwei Jahre gedauert.
Jörg Knapp, Referatsleiter Technik, nahm die Teilnehmer anschließend auf eine politische Reise von Brüssel über Berlin nach Stuttgart mit – denn EU, Bund und Land prägen die SHK-Branche maßgeblich. Sein Rat: langfristig auf erneuerbare Energien und zusätzlichen Service setzen, um Kunden dauerhaft zu binden.
Nach dem Mittagessen ging es mit Tobias Bühner, Referatsleiter Bildung, um Künstliche Intelligenz. Sein Appell: das Handwerk müsse KI als Chance begreifen statt als Risiko. Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitenden riet er von maßgeschneiderten KI-Lösungen ab und stellte stattdessen bestehende Tools vor.
Albrecht Oesterle zeigte anhand einer Beispielkalkulation, wie sich betriebswirtschaftliche Entscheidungen im SHK-Betrieb abbilden lassen, und verwies auf kostenlose Kalkulationshilfen für Verbandsmitglieder. Katherina Reiser eröffnete ihren Vortrag mit einer guten Nachricht: Die Azubizahlen im SHK-Gewerbe steigen – dennoch lohnt sich eine starke Arbeitgebermarke, um Nachwuchs langfristig zu binden. Zum Abschluss sprach Albrecht Oesterle über die 10 Grundprinzipien erfolgreicher Führung und motivierte die Anwesenden, mehr an ihrem Betrieb zu arbeiten statt nur in ihm.
Voller Eindrücke ging es nach Hause – mit der Erkenntnis, dass eine Betriebsübernahme individuell verläuft, aber niemand sie allein bewältigen muss. Am 23. Juli setzt der Fachverband genau hier an: Mit der Auftaktveranstaltung der JungunternehmerERFA können die Teilnehmer den Austausch fortsetzen.
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Mehr Infos finden Sie unter:
https://www.shk-bw.de/fuer-fachbetriebe/netzwerke/erfa/


