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25. Februar 2026

SHK-Handwerk: Bei Heizungswahl nicht auf Politik hören

(Stuttgart). Wer eine alte Heizung modernisieren möchte, sollte die Auswahl des Geräts nicht von tagesaktuellen Entscheidungen der Politik abhängig machen – auch nicht von der nun angestoßenen Reform. Das empfiehlt das Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk Baden-Württemberg. „Wenn die Politik weiterhin alle zwei Jahre die Regeln ändert, sind ihre Vorgaben kein verlässlicher Rahmen für eine solch weitreichende Entscheidung“, sagte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker des Fachverbands SHK Baden-Württemberg vor dem Hintergrund der nun bekannt gewordenen Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG).

„Der technologieoffene Ansatz ist grundsätzlich zu begrüßen, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die große Linie bleibt“, so Becker: „Der Gebäudesektor soll und muss CO2-neutral werden, das betont die schwarz-rote Koalition selbst.“ Ob die Vorgabe nun laute „65 Prozent erneuerbare Energien“ oder „X Prozent Biomethan“: „Die entscheidenden Fragen beim Einbau einer Heizung für die nächsten 20 Jahre sind andere. Denn längst ist klar, welches die Heizsysteme der Zukunft sind – und vor allem auch langfristig die günstigsten. Daran ändert eine erneute Reform des GEG nichts, im Gegenteil: Ob früher oder später, der CO2-Preis wird fossile Heizsysteme massiv verteuern – zu denen bis jetzt übrigens zu überwiegenden Teilen auch die Fernwärme gehört“, betont der Hauptgeschäftsführer. „Auch wenn das Heizungsgesetz tot ist, die Wärmepumpe lebt. Ihr gehört die Zukunft.“

„Grüngas“ keine Alternative

Auch die Hoffnung, man könne eine Gasheizung mit dem nun vorgesehenen „Grüngas“ oder Wasserstoff dauerhaft weiterbetreiben, hält Becker für eine teure Wette auf eine unsichere Zukunft: „Weder Biomethan noch Wasserstoff werden in den nächsten Jahren in der Menge zur Verfügung stehen, die für den Gebäudesektor nötig wäre. Wer darauf setzt, wird nach heutiger Schätzung am Ende deutlich mehr für seine Wärme bezahlen als mit einer zukunftsfähigen Heizung.“

Allen, die in Baden-Württemberg ein Haus besitzen, rät Becker, nicht das Gesetz zum Maßstab ihrer Entscheidung zu machen, sondern den eigenen Geldbeutel. Denn schon heute sind Wärmepumpe und Pelletheizung langfristig die günstigsten Heizungsarten, auch wenn die Anfangsinvestition höher ausfällt. Dies gilt umso mehr, da das Land bereits 2040 klimaneutral sein will und somit fossile Energieträger zwischen Bodensee und Odenwald bereits fünf Jahre früher nicht mehr genutzt werden dürfen als im Rest Deutschlands. Dass Biomethan keine günstige Alternative sein wird, darauf weist der Fachverband bereits seit Längerem hin, zuletzt in einem Fachbeitrag im November 2025. Denn auch das aktuelle GEG enthält ja bereits eine „Biotreppe“, wie es die Regierung nun nennt, also Vorgaben für einen steigenden Anteil klimaneutraler Energieträger. Zudem müssten Verbraucher damit rechnen, dass die nächste Bundesregierung den Anteil ab 2030 schnell deutlich erhöht, um die weiterhin geltenden Klimaziele zu erreichen.

Rasche Klarheit nötig

Positiv hebt Becker hervor, dass die Bundesregierung den Einbau klimafreundlicher Heizungen bis mindestens 2029 fördern möchte. Hier ist allerdings mit Veränderungen zu rechnen hin zu mehr sozialer Staffelung. Daher rät der Verband den Kunden, lieber noch zeitnah die Förderung auf der jetzigen Basis zu beantragen.

Insgesamt gelte es nun, so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen. „Wir als Handwerk kommen mit vielen gesetzlichen Rahmenbedingungen zurecht, sobald sich unsere Betriebe auf das neue System eingestellt haben. Die eineinhalbjährige Phase latenter Verunsicherung wurde mit Bekanntgabe der Eckpunkte des GMG abgelöst durch eine Phase höchster Unsicherheit, solange nicht bekannt ist, was genau ab 1. Juli 2026 gelten soll“, so Becker. Dass Gesetz in nur drei Monaten genau zu dem Termin zu ändern, an dem die 65-Prozent-Regel in Großstädten in Kraft treten soll, sei nicht ohne Risiko. „Ob dieser Versuch gelingt, ist ungewiss. Gewiss hingegen ist: Damit verlängert man Verunsicherung und Abwartehaltung. Erneute Verzögerungen beim Zeitplan können wir uns nicht leisten“, schreibt er der Regierung ins Gewissen.

Der Verband empfiehlt allen Hausbesitzern mit sanierungsbedürftigen Heizungen, sich beim örtlichen Heizungsfachbetrieb zu informieren, welche Möglichkeiten der Modernisierung sich für das jeweilige Gebäude eignen. Die Innungsfachbetriebe Sanitär-Heizung-Klima in Baden-Württemberg beraten zu den verschiedenen Heizungstechnologien und aktuellen Fördermöglichkeiten. „Gerade weil die Beratungspflicht abgeschafft werden soll, kommt auf unsere Handwerksbetriebe eine noch größere Verantwortung zu, den Menschen zu erklären, was langfristig die beste Heizung für ihr Gebäude ist“, so Becker. „Dazu müssen sie wissen, was gilt.“

Langfristige Verlässlichkeit gefordert

Becker bedauert, dass die schwarz-rote Koalition die Anregung des baden-württembergischen SHK-Handwerks und anderer Akteure nicht berücksichtigte, einen Kompromiss aller Parteien der Mitte für einen „Energiefrieden“ zu suchen. Nur dieser hätte langfristig klare Rahmenbedingungen gebracht. Die Reaktionen auf die Eckpunkte zum GMG geben vielmehr Anlass zur Sorge, dass die Heizungsfrage weiterhin im Zentrum der politischen Auseinandersetzungen stehen wird. Nur mit langfristig verlässlichen Regeln aber werde die Wärmewende in Deutschland gelingen. „Es muss Schluss damit sein, dass die Politik die Verbraucher verunsichert“, so Becker.

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  • (b, vo)
  • Foto: Völpel/FVSHKBW
    Wolfgang Becker
    Funktion: Hauptgeschäftsführer
  • Daniel Völpel
    Funktion: Referent für Öffentlichkeitsarbeit

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