Zehn Punkte für mehr Modernisierungstempo
Einen 10-Punkte-Plan für mehr Tempo bei der Heizungsmodernisierung haben die Spitzenverbände der Heizungsbranche BDH und ZVSHK am 10. Oktober an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (B‘90/Die Grünen) überreicht.
Anlass war die Deutsche Wärmekonferenz #connectingheat23, bei der rund 250 Teilnehmer aus Politik, Fachhandwerk, Industrie, Verbänden und Medien aktuelle Themen rund um den Wärmesektor diskutierten.
Unser Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker vertrat die Positionen des SHK-Handwerks bei einer der fünf Panel-Diskussionen.
„Niemand muss auf die Wärmeplanung warten, wie dies manche in der Politik Glauben machen wollen. Die Wärmeplanung ist keine rechtsverbindliche Entscheidungsgrundlage und der allergrößte Teil der Bürgerinnen und Bürger wird auch nicht in einem Anschlussgebiet von Wärmenetzen sein“, machte Becker in dem Panel zur Wärmeplanung deutlich.
BDH-Präsident Jan Brockmann wies bei der Übergabe des 10-Punkte-Plans darauf hin, dass die Heizungsindustrie für das Jahr 2023 zwar ein historisch gutes Ergebnis erwartet. Man gehe von deutlich über einer Million abgesetzten Wärmeerzeugern aus. Dies sei jedoch eine Momentaufnahme, die von Vorzieh- und Sondereffekten geprägt sei.
Tatsächlich seien die Menschen durch die langwierige und öffentlich geführte Debatte rund um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) nachhaltig verunsichert. Zudem sorge die allgemeine wirtschaftliche Situation für Zurückhaltung bei Heizungsmodernisierungen.
Entsprechend erwarte ein Großteil der im BDH organisierten Unternehmen für das erste Quartal 2024 laut einer internen Verbandsumfrage eine deutliche Marktabschwächung.
Das belegen auch die stark rückläufigen Förderanträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Wärmepumpenmarkt bleibt hinter Erwartungen zurück
Insbesondere beim politisch forcierten Hochlauf von Wärmepumpen äußerten die beiden Präsidenten Kritik.
„Das SHK-Fachhandwerk hat mit einem immensen Tempo die Qualifizierung der Fachkräfte vorangetrieben und Projekte zur Prozessoptimierung angeschoben. Was fehlt ist jetzt vor allem eine verlässliche Förderkulisse, die genug Anreiz bietet, jetzt in Klimaschutz zu investieren und nicht zuzuwarten“, sagte ZVSHK-Präsident Michael Hilpert.
Wie eine aktuelle Umfrage der Handwerksorganisation unter ihren Mitgliedsbetrieben ergeben hat, sind jetzt mehr als 80 Prozent der Heizungsbauerbetriebe in der Lage, eine Wärmepumpe zu installieren.
„Unser Handwerk steht bereit, die Heizungskeller der Republik klimaneutral zu machen“, sagte Michael Hilpert.
„Dafür muss aber die bestehende Verunsicherung unserer Kunden abgebaut werden durch klare und nachhaltige Förderzusagen.“
Zentrale Forderung der beiden Verbände im vorgelegten 10-Punkte-Plan ist die Anhebung der maximal förderfähigen Investitionskosten.
Die neue Förderkulisse dürfe keine Verschlechterung gegenüber der bestehenden darstellen.
Daher sei die Ankündigung der Kürzung der förderfähigen Investitionskosten für die Heizungsmodernisierung von 60.000 € auf 30.000 € unbedingt zu revidieren und auf mindestens 45.000 € anzuheben.

